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Als Ludwig der Fromme, Sohn Karls des Großen im Januar 815 Einhard die königliche Mark Michelstadt schenkte, stand hier bereits, wie aus der Schenkungsurkunde hervorgeht, eine aus Holz errichtete Kirche. Schon 741 wird in Autmundistat (Umstadt) eine dem heiligen Petrus geweihte Kirche genannt, die der fränkische Fürst Karlmann dem Würzburger Bischof Burkard schenkte.
Diese beiden Urkunden beweisen, dass das Christentum zu dieser Zeit im Odenwald bereits Einzug gehalten hatte. Ob die Christianisierung dieser Region auf den aus Irland stammenden Mönch Kilian zurückgeht, der in die Geschichte als Frankenapostel einging und im 7. Jahrhundert mit seinem Begleitern missionierend durch die Lande zog, oder auf den um 672 in England geborenen Mönch Bonifatius, der als Missionar und Organisator der deutschen Kirche den Märtyrertod und im Dom zu Fulda seine letzte Ruhestätte fand, ist bis heute ungeklärt. Dürftige Hinweise lassen letztlich gar vermuten, dass Söldner des römischen Reiches hier schon ihren Christengott neben die Gottheiten der Römer und Germanen stellten.
Die für Groß-Umstadt und Michelstadt rein zufällig bezeugten Kirchen schließen nicht aus, dass zu ihrer Zeit weitere Kirchen in ihrem Umfeld standen, die, wie die Brensbacher und Wersauer, später erst urkundlich genannt werden.
Beide Gotteshäuser stehen auffallend und herausragend auf Hügeln, die sich, fränkischer Gepflogenheit entsprechend, durch Wall und Graben oder einer Ringmauer geschützt, zu Kirchenburgen ausbauen ließen. In Brensbach umschließt bis heute eine hohe Mauer den Kirchhof. Innerhalb dieser Mauer stand vormals eine romanische, kleine Kirche, deren Fundamente vor eineigen Jahren beim Einbau einer Heizung in die Kirche teilweise freigelegt wurden.
Innerhalb des Mauerberings blieb genügend Platz für Speicherbauten, Keller und Ställe, in die die Dorfbewohner bei Gefahr die Erntevorräte einlagern und ihr Vieh unterstellen konnten.
Dass dies hier der Fall war, belegt ein Eintrag im Brensbacher Vogteigerichtsbuch vom 20. August 1576: "Hannß Schnelpacher und Appolonia, seine Haußfrau hat für sich und seine Erben erkauft (von) Niclauß Sargen ein Hauß mit seinem Begriff so eine Badstuben, deßgleichen ein Gaddum (Speicherbau) auf dem Kirchhof für hundert Zwanzig Drithalben Gulden, bahr zahlt."
Mit dem Bau der heutigen Wersauer Kirche, die ohne Turm hoch über den alten Ortskern des Dorfes hinausragt, wurde vermutlich schon im 15. Jahrhundert begonnen. Hier stand vormals die in alten Schriften genannte Notburgis-Kapelle, die weiträumig von Mauer, Wall und Graben umgeben war. Der laut Inschrift 1631 in diese Umwehrung hineingebaute Torturm war nicht das erste Turmbauwerk auf diesem Kirchhügel, denn 1483 ist noch von Türmen die Rede. Einer davon mag wohl Bestandteil der Notburgis-Kapelle gewesen sein, während sich ein weiterer möglicherweise als Vorgänger des heutigen Torturms präsentierte.
Höllerbach, Wallbach und Affhöllerbach mit Kilsbach und Stierbach gehörten, soweit sich ihre Geschichte zurückverfolgen lässt, nicht nur zur breubergischen Zent Kirch-Brombach, sondern auch zur dortigen gleichnamigen Pfarrei, in deren Kirche die Bewohner dieser Weiler und Dörfer an Sonn- und Feiertagen den Gottesdienst besuchten. Hier ließen sie ihre Kinder taufen und auf dem dazu gehörigen Kirchhof auch ihre Toten begraben.
Den weiten, über Berg und Tal führenden Weg mussten auch die den Konfirmandenunterricht besuchenden Kinder zurücklegen, was vor allem bei Regen, Schnee und Kälte eine heute kaum vorstellbare Zumutung war. Kinder aus armen Familien, von denen es reichlich gab, hatten oft nicht einmal Schuhe. Sie gingen barfuss und waren nur dürftig gekleidet. Um das Wohl ihrer Kinder besorgt, stellten zunächst die Höllerbacher einen Antrag zur Einpfarrung in Brensbach, was 1852, nach langwierigen Verhandlungen zum Erfolg führte. Fast 70 Jahre sollten noch vergehen, bis auch Wallbach und Affhöllerbach mit Kilsbach und Stierbach 1921 endlich in Brensbach eingepfarrt wurden.
1946 kamen die ersten Vertriebenen nach Brensbach, zumeist Katholiken. Die Schlesier gehörten der evangelischen Religion an. Die katholische Seelsorgestelle wurde bereits 1948 errichtet. Ein Schulsaal diente anfangs für den Gottesdienst. Die Gemeinde Brensbach verpachtete der Seelsorgestelle einen Schuttablagerungsplatz in Richtung Wallbach. Dies sowie die Beschaffung einer Lazarettbaracke aus dem 1. Weltkrieg war Pfarrer Trubrig zu verdanken. In Selbsthilfe wurde eine Notkirche erstellt, in der 1950 der erste feierliche Gottesdienst stattfand. Da die Behelfsbaracke im Laufe der Zeit immer mehr Schäden aufwies, wurde in ihrer unmittelbaren Nähe eine Kirche gebaut. Sie besteht seit 1963 und ist der "Schmerzhaften Muttergottes" - "MATER DOLOROSA" geweiht. Der Glockenturm hat 2 Glocken. Das Geläute ist auf das der evangelischen Kirche abgestimmt.
Zur Pfarrgemeinde Brensbach gehören:
Brensbach, Wersau, Höllerbach, Wallbach, Affhöllerbach und Kilsbach
Bilder der Kirchen finden Sie im Bilderbogen Brensbach.
Das Bild der Kirche fügt sich sehr schön in die Landschaften ein und ist besonders zur Nachtzeit im Scheinwerferlicht ein weithin sichtbares Wahrzeichen.